Hauptinhaltsbereich
Montag, 28. November 2011

Ergebnisse des europaweiten Demografieprojekts DART

Morgen findet in Brüssel die Halbzeitkonferenz das europaweiten Demografieprojektes DART statt.

Um die Folgen des demografischen Wandels abzufedern, identifizieren 12 Regionen aus ganz Europa gute Praxisansätze und erarbeiten Problemlösungen für Regionen mit abnehmender und alternder Bevölkerung. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg leitet das EU-Projekt in enger Abstimmung mit der brandenburgischen Staatskanzlei.

Wie können die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Wirtschaft, das Gesundheits- und Bildungssystem in europäischen Regionen abgefedert werden? Darauf gibt das EU-Projekt DART praxisnahe Antworten. Die Projektpartner identifizierten im vergangenen Jahr 89 Ansätze, mit denen regionale und lokale Verwaltungen den Auswirkungen des demografischen Wandels begegnen können. Aus diesen Beispielen wurden in Workshops 26 gute Beispiele herausgefiltert. Im Rahmen der Konferenz wird die Übertragbarkeit dieser Praxisansätze auf andere europäische Regionen diskutiert. Ebenso wird auf die Ergebnisse weiterer europäischer Demografieprojekte Bezug genommen und auf die Zukunft der Kohäsionspolitik eingegangen. Zur Halbzeitkonferenz in Brüssel im "House of Dutch Provinces" werden etwa 80 Teilnehmer erwartet.

Klaus-Dieter Licht, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), erklärte: "Die ILB engagiert sich im Projekt, da sich demografische Effekte auch auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Brandenburg auswirken werden. Die Konferenz bietet ein Forum, in dem Vertreter der EU-Kommission und des Ausschusses der Regionen, Mitglieder des Europäischen Parlaments und der regionalen Verwaltung über Folgen und Lösungsansätze des demografischen Wandels diskutieren."

Staatssekretär Albrecht Gerber, Chef der Staatskanzlei, sagt: "Brandenburg beteiligt sich an diesem Projekt, weil es wesentlich zur Vernetzung gerade der europäischen Regionen beiträgt, die im besonderen Maße von den demografischen Herausforderungen geprägt sind. Alle diese Regionen begreifen bereits heute die demografischen Veränderungen als Grundlage für das aktuelle und künftige politische Handeln. Innovative Ideen im Umgang mit dem demografischen Wandel entstehen dort im praktischen Leben und nicht auf dem Reißbrett." Nach Gutachten und Expertisen sei Brandenburg dazu übergegangen, Lösungen zu unterstützen, die vor Ort und von unten entwickelt würden. In Deutschland müs sten Bund und Länder dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Aber auch das europäische Regelwerk müsse praktikable Vor-Ort-Lösungen ermöglichen, forderte der Staatskanzleichef. "Die ständige Beschreibung einseitiger Untergangsszenarien lähmt Bürger und Akteure und führt zu sich selbst verstärkenden Abwärtsspiralen", so Gerber weiter. "Nicht so in den Regionen, die sich am DART-Projekt beteiligen: Hier werden Lösungen initiiert und dabei Lebensqualität und Lebenswirklichkeit der Menschen in den Vordergrund gestellt."

Neben Brandenburg und Sachsen beteiligen sich 10 weitere Regionen an DART unter anderem die finnische Region Nord-Karelien, Galicien in Spanien, Niederschlesien in Polen und Centru in Rumänien. Diese Regionen haben vielfältige Erfahrungen im Umgang mit dem demografischen Wandel, wollen voneinander lernen und Modelllösungen entwickeln.

Hintergrund des DART-Projektes: Im Jahr 2030 werden über 35 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs im Rentenalter sein. Niedrige Geburtenraten und Abwanderung führen auch in anderen Regionen Europas zu einem spürbaren Bevölkerungsrückgang. Dieser stellt die Regionen vor große Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung ihrer öffentlichen Dienstleistungen. Die Abschlussveranstaltung findet im Herbst 2012 in Potsdam statt. DART wird durch das EU-Programm INTERREG IVC gefördert.

Zwei ausgewählte Beispiele aus Brandenburg und Sachsen.

Fit für die Unternehmensnachfolge im Handwerk

Für ca. 3.000 Handwerksbetriebe im Süden Brandenburgs steht in den nächsten 5 - 10 Jahren ein Generationswechsel an. Ziel dieses Projektes ist die frühzeitige Qualifizierung des Handwerkernachwuchses für eine Unternehmensnachfolge. Als problematisch erweist sich der hohe Wanderungssaldo in dieser Region. Einerseits wandern gut ausgebildete junge Menschen auf der Suche nach einer attraktiven Arbeitsstelle mit beruflicher Perspektive in andere Teile Deutschlands und nach Europa ab. Andererseits wächst die Zahl älterer Betriebsinhaber von Handwerksbetrieben, die einen Nachfolger suchen. Durch das Projekt erhalten junge und gut ausgebildete Fachkräfte ein spezielles Weiterbildungsangebot, das letztlich die Unternehmensführung zum Ziel hat. Das Projekt wird von der Kreishandwerkerschaft Niederlausitz realisiert.

Generationenfreundliches Einkaufen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) zertifiziert seit 2010 Läden, deren Sortiment und Ladengestaltung auf die besonderen Bedürfnisse älterer Kunden abgestimmt sind. Von diesen guten Ideen partizipieren allerdings alle Generationen. So finden sich in zertifizierten Läden Ruhezonen zum Hinsetzen oder breite Gänge und niedrige Regale. Die Idee dazu entstand im sächsischen Chemnitz. Dort entwarf die EDEKA Vertriebsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH in Zusammenarbeit mit der dort ansässigen Schule für Sehbehinderte den ersten "Markt der Generationen". Für eine Vielzahl von sehbehinderten Kunden wurde der Markt zusätzlich mit sprechenden Waagen und Beschilderung in Blindenschrift ausgestattet. Die durchweg positive Resonanz veranlasste EDEKA mittlerweile jeden neu (um-)gebauten Markt generationenfreundlich auszustatten. Mit dem Qualitätssiegel des HDE wurden seit Anfang 2010 bisher fast 1.000 Läden, Märkte und Einkaufscenter in ganz Deutschland ausgezeichnet. Das Projekt wird vom Handelsverband Sachsen realisiert.

Informationen zu den identifizierten best practices finden Sie unter:

www.dart-project.eu/good-practices.html

Download

Kontakt

  • Ingrid Mattern Ingrid Mattern Pressesprecherin
    Tel.: 0171-76 858 94
    E-Mail Kontakt
  • Felix Dollase Felix Dollase Strategie und Kommunikation
    stv. Pressesprecher
    Tel.: 0331 660-1523
    Fax: 0331 660-61523
    E-Mail Kontakt