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Dienstag, 5. August 2014

Fünf Frauen starten durch: Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg und seine erfolgreichen Gründungsgeschichten

Fünf Frauen starten durch: Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg und seine erfolgreichen Gründungsgeschichten

Kindergartenbau aus einer Hand, Einkaufen ohne Verpackungen oder Designs für unterschiedlichste Oberflächen – Die Ideen der zahlreichen am BPW teilnehmenden Frauen sind individuell und am Puls der Zeit.

Kindergartenbau aus einer Hand

Mit ihrem Konzept eines Rundum-Services für den Bau von Kindergärten konnte baukind 2012 den Wettbewerb in der Kategorie BPW Service für sich entscheiden. Gegründet hatten Lilia Kleemann und Nathalie Dziobek-Bepler bereits im Jahr zuvor. Ihre Zielgruppe sind öffentliche Träger sowie Betriebe, die einen Betriebskindergarten eröffnen möchten. baukind unterstützt dabei von der Immobiliensuche über die Beantragung von Fördergeldern bis hin zur Ämterkoordination, bietet Architekturleistungen in allen Leistungsphasen, berät bei der Inneneinrichtung und als Fachplaner bei großen Bauvorhaben.

Die Geschäftsidee findet großen Anklang: Nicht nur über die Spezialisierung (auf den Bereich Sonderbau Kindergärten) wurde baukind zu einem gefragten Büro in ganz Deutschland. Für seine einzigartige Gestaltung wurde das Unternehmen bereits mehrfach ausgezeichnet und in vielen renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht. Mittlerweile hat baukind an über 50 Kitabau-Projekten gearbeitet.

„Die Herausforderung, einen Businessplan zu erstellen, war in vielerlei Hinsicht eine wichtige Erfahrung für uns. Wir haben uns dadurch mit vielen Themen auseinandergesetzt, mit denen wir uns sonst erst viel später befasst hätten, haben Einschätzungen und Visionen formuliert und dadurch intensiv über unsere Geschäftsidee nachgedacht und uns weiterentwickelt“, resümieren die beiden Gründerinnen und Geschäftsführerinnen Kleemann und Dziobek-Bepler. „Nicht zuletzt war die Auszeichnung eine wichtige Bestätigung für uns und die öffentliche Aufmerksamkeit ein guter Rückenwind für unsere Entwicklung."

1592 Menschen nahmen im Wettbewerb 2014 die kostenlosen Angebote des Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) in Anspruch. Davon waren 662 Frauen. Das sind 42 Prozent – damit ist die Geschlechterverteilung bei den Nutzern nahezu ausgeglichen. Jedes Jahr gibt der BPW Gründerinnen und Gründern die Möglichkeit, ihre Geschäftskonzepte zu entwickeln, einzureichen und von einer Jury bewerten zu lassen. Die besten Teams können sich über ein Preisgeld freuen, nehmen aber noch viel mehr mit. Denn der BPW begleitet die Teilnehmenden mit zahlreichen kostenlosen Angeboten wie Seminaren, Beratungen und Networking-Formaten. All dies sorgt dafür, dass angehende Gründerinnen und Gründer ihre Ideen fundiert verwirklichen können.

„Die Rückmeldungen der Gründerinnen bei ihrer Teilnahme am BPW bestätigen unseren Ansatz, mit dem Wettbewerb eine praxisorientierte Hilfestellung und Begleitung bei der Erstellung von Geschäftskonzepten zu bieten. Die Geschäftsideen unserer zahlreichen Teilnehmerinnen reihen sich in die Vielzahl von innovativen Konzepten ein, die jedes Jahr beim BPW entwickelt und eingereicht werden. Aber den BPW zeichnen nicht nur die immer wieder neuen Ideen aus, sondern auch die große Bandbreite der Branchen und die vielfältigen Profile der Teilnehmerinnen und Teilnehmer", beschreibt Gabriela Pantring, Vorstandsmitglied der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) die Besonderheit und Stärken des BPW, den die ILB gemeinsam mit der Investitionsbank Berlin (IBB) und den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB) als länderübergreifende Initiative organisiert und damit Gründerinnen und Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt.

Einkaufen ohne Einwegverpackungen

Dass immer mehr Frauen mit Hilfe des BPW den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, zeigt auch das Team von Original Unverpackt. Die Idee: Ein Supermarkt, der gänzlich auf Verpackungen verzichtet. 2013 schafften sie es damit in der zweiten Wettbewerbsstufe auf den ersten Platz der Kategorie BPW Service und konnten sich am Ende des Wettbewerbs als Gewinner des BPW-Nachhaltigkeitspreises durchsetzen. Anfang Mai dieses Jahres riefen die beiden Gründerinnen, Milena Glimbovski und Sara Wolf, eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben, deren Erfolg die Erwartungen des Original Unverpackt-Teams bei weitem übertraf. Die Crowdfunding-Schwelle von 20.000 EUR war bereits nach einem Tag geknackt. Aus der 40 Tage dauernden Kampagne resultierten knapp 110.000 EUR finanzielle Unterstützung sowie wachsende Bekanntheit.

Das Konzept des ersten Supermarktes, der ohne EiElisa Melanzaniommt, wird nun im Spätsommer dieses Jahres umgesetzt. Der erste Laden eröffnet in Berlin-Kreuzberg. Darüber hinaus arbeitet das junge Unternehmen bereits an einem Franchising-Konzept. Milena Glimbovski sagt dazu: „Das Crowdfunding-Ergebnis hat uns umgehauen. Das Engagement der Leute und die zahlreichen Franchise-Anfragen aus aller Welt bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Durch diese schnellen Entwicklungen wächst das Team stetig. Innerhalb von wenigen Wochen verzeichneten die Gründerinnen kollegialen Zuwachs in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Kommunikation, Projektkoordination sowie Einkauf und Produkt-Design. Gemeinsam verwirklichen sie nun das Kampagnen-Credo: Unverpackt Einkaufen für alle!

Exklusive Designs für unterschiedlichste Oberflächen

Etwas Besonderes ist auch die Geschäftsidee von Elisa Melanzani: Mit den Designs für unterschiedlichste Materialien wie Wohntextilien, Bekleidungsstoffe, Tapeten, Fliesen oder auch Leder ihres Unternehmens Elisa Melanzani erobert sie derzeit die Designwelt. Beim BPW kam sie 2012 unter die besten Fünf in der Kategorie BPW Service. „Die Aufteilung des Businessplan-Wettbewerbs in drei Phasen hat mir sehr dabei geholfen, von meiner unbedarften Sichtweise einer Hochschulabsolventin Schritt für Schritt zur Denkweise einer selbstständigen Geschäftsfrau zu gelangen. Die Nominierung meines Businessplans unter die ersten fünf Plätze des BPW leistete dann die nötige Überzeugungskraft für die Gründungsfinanzierung meines Unternehmens", erinnert sie sich.

Inzwischen werden die in Maßarbeit angefertigten Produkte von Elisa Melanzani international gehandelt. Lokal vertreten Luxusmarken wie Lars Leppin (Stilwerk) und Idee Kreativmarkt (KaDeWe) die unverwechselbaren Stoffe und Tapeten des edlen Designerlabels. In Form von liebevoll handgearbeiteten Lampenschirmen oder als Flächenvorhang aus schwerem Leinen erreichen die außergewöhnlich bedruckten Artefakte ihre Besitzer. Gleichzeitig hat die Unternehmensgründerin in diesem Jahr Nachwuchs bekommen. Obwohl die junge Mutter in ihrer Werbetätigkeit deshalb momentan etwas eingeschränkt ist, nimmt die Nachfrage nach den Designs von Elisa Melanzani weiter zu.

Die Gründungen der fünf ehemaligen BPW-Teilnehmerinnen sind drei der knapp 1.600 Unternehmen, die seit Bestehen des Wettbewerbs entstanden und bis heute am Markt tätig sind und über 9.000 Arbeitsplätze in der Region geschaffen haben.

Kontakt

  • Christina Arend Christina Arend Referat Strategische Beteiligungen/ Gründungsinitiativen
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    Tel.: 0331 660-1430
    Fax: 0331 660-61430
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  • Ingrid Mattern Ingrid Mattern Pressesprecherin
    Tel.: 0171-76 858 94
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  • Felix Dollase Felix Dollase Strategie und Kommunikation
    stv. Pressesprecher
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    Fax: 0331 660-61523
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