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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Neue Richtlinie zur Förderung von Haftvermeidungsprojekten online

Potsdam. Auch in der neuen EU-Förderperiode sollen im Land Brandenburg Haftvermeidungsprojekte unterstützt werden. Dafür stehen von Januar 2014 bis Dezember 2017 insgesamt rund 3,3 Mio. EUR aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung – 400.000 Euro mehr als in der vergangenen Förderperiode.

Justizminister a.D. Dr. Helmuth Markov erklärt dazu. „Wer Opfer schützen will, muss Straftätern helfen, den Weg zurück in ein normales Leben zu finden. Das geht nur mit einer individuellen sozialen und beruflichen Beratung und einer intensiven sozialpädagogischen Begleitung durch Sozialarbeiterinnen bzw. Sozialarbeiter. Haftvermeidungsprojekte, wie sie durch das HSI-Netzwerk in Brandenburg angeboten werden, haben in der Vergangenheit einen wichtigen Beitrag geleistet, straffälligen Menschen berufliche Perspektiven aufzuzeigen und sie auf ein Leben ohne Straftaten vorzubereiten. Das wollen wir fortsetzen.“

Die Förderung der Haftvermeidung durch soziale Integration (HSI) wird im Land Brandenburg auch in der neuen EU-Förderperiode aus dem Europäischen Sozialfonds und Landesmitteln unterstützt. Auf der Internetseite der Investitionsbank (ILB) wird am heutigen 15. Oktober 2014 in einem Online-Portal die von Justizminister Dr. Helmuth Markov unterzeichnete Richtlinie und der Wettbewerbsaufruf freigeschaltet. Projektträger können darin bis zum 11. November 2014 Förderanträge einreichen.

Tillmann Stenger, Vorstandsvorsitzender der ILB, fügte hinzu: „Die Arbeitsförderung ist für uns seit diesem Jahr ein neues Förderfeld, das ganz eigene Anforderungen mit sich bringt. Ab sofort ist es auch unsere Aufgabe, straffällig gewordenen oder von Haftstrafen bedrohten Menschen eine Reintegration ins Erwerbsleben und vor allem in ein soziales Umfeld zu ermöglichen, das den Menschen Halt und Perspektiven gibt und damit letztendlich auch Opfer schützt. Gerade bei einem solch sozial orientierten Programm finden wir es besonders wichtig, die Antragstellung unkompliziert online über unser neues ILB-Kundenportal abwickeln zu können. Haftvermeidung durch soziale Integration ist das zweite Programm der ILB, bei dem dies nun möglich ist.“

Hintergrund:
Das bisherige HSI-Projekt und seine 15 Partner bilden seit dem Jahr 2002 ein landesweites Netzwerk und sind sowohl innerhalb als auch außerhalb der Justizvollzugsanstalten aktiv. Sie haben den Auftrag, Straffälligen und von Inhaftierung bedrohten Menschen den Zugang auf den Arbeitsmarkt zu öffnen und eine Eingliederung ins Erwerbsleben zu ermöglichen. Eine nachhaltige (Re-) Integration in Arbeit, Ausbildung und Beschäftigung ist ein wichtiger Faktor für die Resozialisierung und damit ein wesentlicher Beitrag zur Rückfallvermeidung. Zudem kann der mit einer Inhaftierung verbundene volkswirtschaftliche Schaden minimiert werden. Etwa 2800 Personen machten im vergangenen Jahr von diesem Angebot Gebrauch. Finanziert wird das Netzwerk durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und aus Landesmitteln.

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