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Freitag, 26. August 2016

Ein Portal erleichtert Geflüchteten den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt

Ein Portal erleichtert Geflüchteten den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt

Mit JobKraftwerk sollen Geflüchtete leichter auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen. Die drei Gründer gewannen mit der Idee und dem dazugehörigen Businessplan den Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW)

Kommunen stehen vor großen Herausforderungen, um Geflüchtete vor Ort zu integrieren. Das funktioniert am besten über eine geregelte Einkunft. Die Qualifikationen, Kompetenzen und Stärken von Geflüchteten sind aber entweder nicht belegbar oder nicht mit deutschen Standards vergleichbar. Dies macht es Arbeitgebern aktuell kaum möglich, geeignete Kandidaten für Praktika und Anstellungen zu identifizieren.

Hierfür hat das Berliner Start-up LambdaQoppa (LQ) Enterprise GmbH bestehend aus Benedikt Frings, Tom Lawson und Oliver Queck die digitale Plattform JobKraftwerk.com entwickelt. Die erste Version der Plattform entstand unter anderem in Zusammenarbeit mit den Mobile Games-Entwicklern der Thoughtfish GmbH, die 2014 zu den Siegern des BPW gehörten.

„Mit dem Portal möchten wir die Hürden für Flüchtlinge, Unternehmen und Kommunen senken und damit drei Ziele auf einmal erreichen: Flüchtlingen den Weg in den Arbeitsmarkt ebnen, Unternehmen den Zugang zu potentiellen Arbeitskräften erleichtern und Kommunen bei der Erfassung der Qualifikationen und Kompetenzen unterstützen. Wichtig ist auch, dass JobKraftwerk auf einen regionalen Ansatz setzt. Ein Unternehmen aus Berlin findet somit auch nur Geflüchtete aus Berlin und nicht zum Beispiel aus München. Nur so kann eine einfache und zielgerichtete Kontaktaufnahme gewährleistet werden“, so Oliver Queck.

Im Landkreis Reutlingen erfolgreich getestet

Auf JobKraftwerk.com erfassen Geflüchtete selbstständig und in Muttersprache ihre Qualifikationen und Kompetenzen und testen ihre Stärken anhand objektiver psychometrischer Tests. Sie erhalten einen Lebenslauf nach europäischem Standard inklusive Stärkenprofil in Deutsch zur freien Verfügung. Unternehmen haben damit die Möglichkeit, Kandidaten auf Basis ihrer Qualifikationen, Kompetenzen und Stärken zu selektieren und direkt über die Plattform zu Bewerbungsgesprächen einzuladen. Kommunen unterstützt JobKraftwerk bei der geführten, digitalen Kompetenzerfassung und zielgerichteten lokalen Verteilung von Geflüchteten.

„Der entscheidende Vorteil von JobKraftwerk ist, dass die Geflüchteten die Erfassung selbst in die Hand nehmen und dadurch direkt einen Eindruck von den Anforderungen im deutschen Arbeitsmarkt bekommen. Darüber hinaus ist ein wesentlicher USP, dass die Eingaben durch zum Beispiel Sozialarbeiter oder Ehrenamtliche qualitätsgesichert werden können, was sich merklich positiv auf die Aussagekraft der Lebensläufe auswirkt“, erläutert Tom Lawson

„Die Plattform wird seit Juni gemeinsam mit dem Landkreis Reutlingen im Süden Deutschlands in einem Feldversuch erfolgreich getestet und weiter optimiert. Jetzt suchen wir weitere Landkreise als Pilotregionen und Investoren, um den flächendeckenden Markteintritt zu beschleunigen“, meint Benedikt Frings.

Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW)

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) ist Deutschlands größte regionale Existenzgründungsinitiative. Rund 90 Prozent der aus dem BPW gegründeten Unternehmen sind bis heute aktiv: So entstanden insgesamt rund 1.900 Unternehmen mit über 12.400 Arbeitsplätzen. Die vielfältigen kostenlosen Angebote begleiten Existenzgründerinnen und Existenzgründer auf ihrem Weg von der Produktidee zum tragfähigen Geschäftskonzept. Der Einstieg ist zu jeder Zeit möglich. Die besten Geschäftsideen werden mit insgesamt über 50.000 Euro Preisgeld prämiert.

Der BPW wird organisiert von der Investitionsbank Berlin (IBB), der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sowie den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB). Träger des Wettbewerbs sind die Hochschulen in Berlin und Brandenburg. Der BPW wird zum Großteil aus Mitteln von Premiumpartnern, Partnern und Eigenmitteln der Organisatoren finanziert. Der BPW wird durch das Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg unterstützt und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Detaillierte Informationen zum Wettbewerb erhalten Sie unter: www.b-p-w.de. Geschichten rund ums Gründen gibt es unter www.wirgründen.deoder dem Hashtag #wirgründen.

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