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Brandenburg-Kredit für den Mittelstand

Im Rahmen des Programms gewähren wir zinsgünstige Darlehen für bis zu 100 % Ihres Finanzierungsbedarfs. Zusätzlich bieten wir einen besonderen Zinsvorteil für kleine und mittlere Unternehmen.

Fördernehmer Gewerbliche Unternehmen und Angehörige freier Berufe (mindestens 5 Jahre nach Geschäftsaufnahme), natürliche Personen als Vermieter von Gewerbeimmobilien
Förderthemen Wachstums-/Erweiterungsinvestitionen, Betriebsmittel
Förderart Darlehen
Fördergeber ILB, Merkblatt Brandenburg-Kredit für den Mittelstand
Mittelherkunft ILB, KfW Bankengruppe

...finanziert Investitionen und Betriebsmittel im Land Brandenburg für mittelständischen Unternehmen und Freiberufler, die seit mindestens 5 Jahren am Markt aktiv sind.

  • Neue Konditionen ab 22. Juli 2016

    Zum 22. Juli 2016 haben wir die Zinsen für den Brandenburg-Kredit für den Mittelstand gesenkt. Die aktuellen Konditionen finden Sie unter "Konditionen, Formulare und Dokumente".

  • Verfahrensvereinfachung für Hausbanken

    Wir haben unsere Prozesse für Sie als Hausbanken effizienter gestaltet und verzichten ab sofort auf die zwingende Vorlage von Originalunterlagen für Förderkredite. Die Originale sind in Ihren Kreditakten aufzubewahren und bei einer Hausbankenprüfung vorzuweisen.

    Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Ihnen unter den bekannten Rufnummern gern zur Verfügung.

Wer wird gefördert?

Die ILB fördert mit dem Brandenburg-Kredit für den Mittelstand:

  • Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit einem Gruppenumsatz bis 500 Mio. EUR
  • Freiberufler z. B. Ärzte, Steuerberater

Voraussetzung für die Finanzierung ist, dass Sie als Antragsteller seit mindestens 5 Jahren am Markt tätig sind.

  • natürliche Personen unabhängig vom Zeitpunkt der Aufnahme der Geschäftstätigkeit, die Gewerbeimmobilien vermieten oder verpachten

Was wird gefördert?

Mit dem Brandenburg-Kredit für den Mittelstand fördert die ILB Investitionen inklusive die Übernahme von Unternehmen und den Erwerb einer tätigen Beteiligung unter bestimmten Voraussetzungen sowie Betriebsmittel.

Wer oder was wird nicht gefördert?

Eine Förderung folgender Vorhaben ist nicht möglich:

  • Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien
  • Sanierungsfälle und Unternehmen in Schwierigkeiten
  • Umschuldungen (außer bei Betriebsmittelfinanzierungen), Anschlussfinanzierungen bestehender Darlehen sowie Nachfinanzierung bereits begonnener Vorhaben
  • Nebenerwerbstätigkeit
  • die alleinige Übernahme von Unternehmensanteilen im Sinne von Finanzinvestitionen (share deal)
  • Investitionen in Branchen, die gemäß EU-Beihilferecht ausgeschlossen sind

Wie wird gefördert?

Finanzierungsanteil bis zu 100 %
Darlehenshöchstbetrag Investitionen: maximal 25 Mio. EUR pro Vorhaben
Betriebsmittel: maximal 25 Mio. EUR
Auszahlung 100 %
Laufzeit/ tilgungsfreie Jahre Investitionen: bis zu 5/1, 10/2, 20/3
Betriebsmittel: 2/2 und bis zu 5/1
1 tilgungsfreies Jahr ist obligatorisch
Zinsbindung maximal 20 Jahre
Zinsverbilligung maximal 10 Jahre um bis zu 0,10 % p. a. nominal
Zins- und Tilgungsrhythmus vierteljährlich nachträglich
Zinssatz immer aktuell
(siehe „Konditionen für Endkreditnehmer“)
Bereitstellungsprovision 0,25 % pro Monat beginnend 2 Bankarbeitstage und einen Monat nach Darlehenszusage

Wie ist das Antragsverfahren?

Den schriftlichen Antrag für den Brandenburg-Kredit Mittelstand stellen Sie vor Beginn Ihrer Maßnahme über Ihre Hausbank bei der ILB.

Die Antragsformulare sind bei allen Kreditinstituten erhältlich.

Wie erfolgt die Besicherung?

Das Darlehen ist banküblich zu besichern. Form und Umfang dieser Besicherung vereinbaren Sie bitte mit Ihrer Hausbank. Die Nutzung einer öffentlichen Bürgschaft ist möglich.

Wer erteilt weitere Auskünfte?

Bei Fragen wenden Sie sich an die Kundenberater der ILB, die Sie über das Infotelefon Wirtschaft und Infrastruktur 0331 660-2211 erreichen.

Die Kombination mit öffentlichen Förderprogrammen ist unter Einhaltung der jeweils geltenden Kumulierungsvorschriften möglich. Die gleichzeitige Inanspruchnahme des KfW-Unternehmerkredits ist bis zu einem Kreditbetrag von maximal 25 Mio. EUR pro Vorhaben möglich.

Die Bereitstellung des Darlehens erfolgt auf Grundlage der EU-Verordnung für "De-minimis"-Beihilfen für Unternehmen.

Lassen Sie sich hierzu von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beraten.

Programminformationen

Konditionen

Ergänzende Informationen

Formulare

Publikationen

Beispiel 1

Investitions- und Warenlagerfinanzierung eines etablierten märkischen Unternehmens

Das vor 15 Jahren gegründete Internetversandhandels-Unternehmen ist am bisher angemieteten Standort an seine räumlichen Grenzen gestoßen. Es erwirbt daher in einem Gewerbegebiet im Süden von Brandenburg ein Grundstück und möchte darauf ein eigenes Betriebsgebäude errichten und mit notwendiger Ausstattung wie Regalen, Hebebühnen, Gabelstapler etc. versehen. Zur Erweiterung seiner Angebotsvielfalt ist die Aufstockung des Warenlagers erforderlich.

Ausgaben Betrag in TEUR
Hallenbau 1.500
Ausstattung 200
Investitionen gesamt 1.700
Warenlager 150

Das Unternehmen informiert sich auf der Internetseite der ILB und entdeckt den Brandenburg-Kredit für den Mittelstand (BKM). 100 % seines Finanzierungsbedarfs kann es über dieses zinsgünstige Förderprodukt abdecken. Die Konditionen für das Darlehen werden kundenindividuell durch die Hausbank festgelegt in Abhängigkeit vom Risiko des Kreditausfalls d.h. von dessen Besicherung und seiner wirtschaftlichen Situation (Bonität), die Obergrenzen bestimmt die ILB.

Der Geschäftsführer des Handelsunternehmens hat sich auf das Finanzierungsgespräch mit seiner Hausbank gut vorbereitet. Die letzten Jahresabschlüsse, die aktuelle BWA, Ertrags- und Liquiditätsplanung hat er verfügbar und sich im Merkblatt der ILB zum risikogerechten Zinssystem (RGZS) gut informiert. Sein Wunsch ist es, sich dadurch an der Preisgestaltung für sein Darlehen aktiv zu beteiligen.

Nach dem 1. konkreten Finanzierungsgespräch zum BKM dokumentiert sein Firmenkundenbetreuer dieses Gespräch. Danach könnte das Unternehmen mit dem Vorhaben beginnen, wenn seine Hausbank innerhalb von 3 Monaten nach Vorhabensbeginn den Antrag bei der ILB einreicht.

Da das Unternehmen die EU-Kriterien für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erfüllt, nutzt es für seine Investitionen den besonderen Zinsvorteil im sogenannten KMU-Fenster des Brandenburg-Kredits. Da über 2/3 der Investitionen auf Baukosten entfallen, kann die Finanzierung über 20 Jahre erfolgen bei maximal 3 tilgungsfreien Anlaufjahren.

Das aktuelle Zinsniveau beeinflusst seine Entscheidung zur Zinsbindungsdauer. 20 Jahre Zinsbindung davon 10 Jahre Zinsverbilligung durch die ILB ermöglichen eine verlässliche Kostenplanung.

Bei der Finanzierung der Aufwendungen für das Warenlager überlegt das Unternehmen, welche der beiden Möglichkeiten seinen Vorstellungen besser entspricht.

  • Entweder es nutzt den Zinsvorteil im BKM-KMU-Fenster, kann aber dadurch nur eine Laufzeit von 5 Jahren bei einem tilgungsfreien Anlaufjahr nutzen oder
  • er verschafft sich Freiräume durch eine längere Darlehenslaufzeit von 10 Jahren bzw. im konkreten Fall wären in Kombination mit den Bauinvestition sogar 20 Jahre möglich. Diese längere Laufzeit ist jedoch nur in BKM außerhalb des KMU-Fensters und damit zu höheren Zinsen als im KMU-Fenster möglich.

Finanzierungsplan Investitionen

Finanzierungsquelle Betrag in EUR
Eigenmittel 200
BKM-KMU-Fenster 1.500
Gesamt 1.700

Finanzierungsplan Warenlager

BKM-KMU-Fenster (5/1/5) BKM-außerhalb KMU-Fenster (10/2/10)
1,41 % p. a. effektiv 1,41 % p. a. effektiv
(Stand 05.07.2016)
Bonitätsklasse 2 / Besicherungsklasse 2 ergibt Preisklasse B

Beispiel 2

Betriebsmittelfinanzierung für ein etabliertes Unternehmen in Brandenburg

Ein langjährig bestehendes Einzelhandelsgeschäft hat eine weitere Ladenfläche angemietet wodurch ein zusätzlicher Betriebsmittelbedarf von 20.000 EUR besteht . Die Hausbank möchte dem Inhaber in dieser Übergangsphase liquiditätsseitig entgegenkommen und die vorhandene Kontokorrentlinie von 15.000 EUR umschulden. Eine Ablösung bestehender KfW- oder ERP-Kredite erfolgte in diesem Zusammenhang nicht.

Während eines ILB-Beratungstages vor Ort erfährt der Unternehmer, dass schon seit einiger Zeit für Betriebsmittelfinanzierungen im Brandenburg-Kredit für den Mittelstand verbesserte Bedingungen bestehen. Jetzt können endlich auch die günstigen Konditionen für kleine und mittlere Unternehmen für Betriebsmittel durch die ILB bereitgestellt werden und nicht nur für Investitionen.

Die Hausbank beantragt daher einen Brandenburg-Kredit Mittelstand im KMU-Fenster mit einer Laufzeit von 5 Jahren einschließlich einem tilgungsfreien Anlaufjahr.

Beispiel 3

Erwerb und Umbau einer Gewerbeimmobilie zur Fremdvermietung

Aufgrund der regionalen Nachfragesituation beabsichtigt Herr Müller ein zentral gelegenes Gebäude im Norden von Brandenburg in Fürstenberg/Havel zu erwerben und zu einem medizinischen Versorgungszentrum auszubauen. Mieter sollen Ärzte, Apotheker und Physiotherapeuten unabhängig von der Dauer ihrer Selbstständigkeit sein.

Investitionen Betrag in TEUR
Gebäudeerwerb 2.500
Um- und Ausbau 3.500
Gesamt 6.000

Auf der Internetseite der KfW erfährt Herr Müller, dass er den ERP-Gründerkredit nicht nutzen kann, da keine (echte) Betriebsaufspaltung in Besitz- und Betriebsgesellschaft zwischen ihm und den Mietern vorliegt. Bei seiner Geschäftsstrategie ist folglich von einer Fremdvermietung auszugehen.

Der Kundenbetreuer der ILB empfiehlt ihm daher den Brandenburg-Kredit für den Mittelstand (BKM), denn bei Fremdvermietung ist das Kriterium „Unternehmensalter“ sowohl für Vermieter als auch für Mieter außer Kraft gesetzt.

Die Mieter erfüllen aber die sonstigen Antragskriterien in BKM, denn es handelt sich um Freiberufler oder gewerbliche Unternehmen. Da Herr Müller den Zinsvorteil des KMU-Fensters im BKM nutzen möchte, muss er ebenfalls darauf achten, dass seine künftigen Mieter hinsichtlich der Unternehmensgröße die Kriterien für ein kleines und mittleres Unternehmen (KMU) nach EU-Definition erfüllen.

Aufgrund der umfänglich geplanten Sanierungsmaßnahmen ist die im Programm geltende „10%-ige Sanierungsklausel“ (Mindestsanierungsvolumen: 10 % des Kaufpreises) für ihn kein Problem.

Ursprünglich war vorgesehen, dass der Verkäufer der Immobilie den Um- und Ausbau im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf selbst durchführt. Die dann höheren Erwerbskosten hätte sich Herr Müller auch über BKM finanzieren lassen können, wenn die Sanierungsmaßnahmen für die ILB nachvollziehbar sind. Weitere Sanierungsmaßnahmen wären dann durch ihn als Käufer nicht notwendig, die Sanierungsklausel würde entfallen.

Finanzierungsplan

Finanzierungsquelle Betrag in TEUR
BKM-KMU-Fenster 6.000
Gesamt 6.000

Kontakt

  • Infotelefon Wirtschaft & Infrastruktur Infotelefon Wirtschaft & Infrastruktur
    Tel.: 0331 660-2211
    Fax: 0331 6606-1717
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