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Donnerstag, 21. Januar 2021

ILB unterstützte 2020 über 69.000 Förderprojekte in Brandenburg

ILB unterstützte 2020 über 69.000 Förderprojekte in Brandenburg

Förderbank sagte knapp 2,3 Milliarden Euro Fördermittel zu

Über die Corona-Sonderprogramme wurden 64.000 Unternehmen und Soloselbstständige mit 579 Millionen Euro unterstützt

Ohne die Corona-Sonderprogramme wurden ca. 1,7 Milliarden Euro für 5.600 Vorhaben zugesagt

2021 wird gemeinsam mit dem Land unter anderem die neue EU-Förderperiode vorbereitet

Auch die sonstigen Förderziele wurden erreicht

Potsdam – Die Brandenburger Förderbank ILB hat im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von 2,27 Milliarden Euro für insgesamt 69.684 Vorhaben zugesagt. Das Jahr 2020 stand auch für die ILB ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Allein über die Corona-Sonderprogramme wurden 64.000 Unternehmen und Soloselbstständige mit 579 Millionen Euro unterstützt. Im Frühjahr war ein großer Teil der Belegschaft daher mit der Bearbeitung der Soforthilfen beschäftigt, die temporär entstandenen Rückstände bei der Bearbeitung der übrigen Programme konnten in der zweiten Jahreshälfte jedoch nahezu vollständig aufgeholt werden.

Um die Corona-Sonderprogramme bereinigt, wurden ca. 1,7 Milliarden Euro für 5.588 Vorhaben zugesagt. Das Förderergebnis wurde getragen durch eine hohe Nachfrage nach Innovations- und Technologieförderung, Unternehmensinvestitionen, die Förderung der wirtschaftsnahen Infrastruktur, hohe Förderaktivitäten im Neubau von Mietwohnungen, sowie durch ein trotz der Pandemie überraschend starkes Gründungsgeschehen.

Tillmann Stenger, Vorsitzender des Vorstandes der Förderbank, erklärte: „Ganz Brandenburg hat ein besonders anspruchsvolles Jahr hinter sich. Das gilt für unsere Bürger, unsere Unternehmen und auch für die ILB als Förderbank. Unser Haus wurde im Frühjahr mit der Bearbeitung der Corona-Soforthilfen beauftragt und hat in kürzester Zeit eine personelle und technische Infrastruk-tur bereitgestellt, mit der die Gelder vergleichsweise schnell und verlässlich ausgezahlt werden konnten. In dieser Zeit war über ein Drittel unserer Belegschaft ausschließlich mit der Bearbeitung der Soforthilfen befasst. Obwohl es dadurch zwischenzeitige Rückstände in der Bearbeitung anderer Förderprogramme gab, konnten diese in der zweiten Jahreshälfte nahezu vollständig aufgeholt werden. Wir sind sehr stolz auf die Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne die Sonderprogramme haben wir ca. 1,7 Milliarden Euro für knapp 5.600 Projekte zugesagt. Dadurch werden in den nächsten Jahren Investitionen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro im Land Brandenburg angeschoben und 6.194 Arbeitsplätze neu geschaffen und gesichert.“

Kerstin Jöntgen, Mitglied des Vorstandes der ILB, führte weiterhin aus: „Ein Großteil unserer Arbeit im letzten Jahr entfiel auf die Umsetzung der verschiedenen Corona-Sonderprogramme. Dort haben wir insgesamt gut 64.000 Zusagen getätigt und 579 Millionen Euro zugesagt. Antragszahlen in dieser Größenordnung hat es in der knapp 30-jährigen Geschichte der Bank noch nicht gegeben. Vor allem die Soforthilfen im Frühjahr 2020 waren dafür verantwortlich. Innerhalb von gut zwei Monaten konnten wir 531 Millionen Euro Soforthilfe an 61.200 Unternehmen und Solo-selbstständige auszahlen. Leider waren die Soforthilfen nur ein Zwischenschritt und die anhaltende Pandemie machte im zweiten Halbjahr 2020 weitere Hilfsangebote notwendig. Von den Überbrückungshilfen I und II haben in Brandenburg 2.873 Unternehmen Gebrauch gemacht, an die wir bereits 37 Millionen Euro auszahlen konnten. Ein weiteres Angebot war das Kreditprogramm Corona Mezzanine Brandenburg, ein Nachrangdarlehen insbesondere für Start-ups in Kooperation mit der KfW. Hier haben wir weitere 10 Millionen Euro an 20 Unternehmen ausgereicht. Seit dem 12. Januar haben wir technisch Zugriff auf das Bundesportal, um die November- und Dezemberhilfen zu bearbeiten. Das tun wir aktuell mit über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, um den Unternehmen auch hier schnellstmöglich zu ihren Geldern zu verhelfen.“

Fördervolumen und Zusagen 2020

Geschäftsfeld Fördervolumen 2020
(Euro)
Zusagen 2020
(Anzahl)
Infrastruktur 703 Mio. 583
Wirtschaft (ohne Corona-Sonderprogramme) 511 Mio. 3.261
Corona-Sonderprogramme 579 Mio. 64.096
Wohnungsbau 447 Mio. 743
Arbeit 35 Mio. 1.001
Gesamt 2.275 Mio. 69.684

Fördervolumen und Zusagen 20219

Geschäftsfeld Fördervolumen 20219
(Euro)
Zusagen 2019
(Anzahl)
Infrastruktur 927 Mio. 607
Wirtschaft (ohne Corona-Sonderprogramme) 503 Mio. 3.438
Corona-Sonderprogramme - -
Wohnungsbau 281 Mio. 594
Arbeit 60 Mio. 1.594
Gesamt 1.771 Mio. 6.233


Die Infrastrukturförderung ist nun schon im vierten Jahr in Folge eines der wichtigsten Förderfelder der ILB. Ein entscheidender Baustein dafür waren die Kommunalkredite, mit denen die ILB Kommunen und kommunale Zweckverbände im Land Brandenburg zum Beispiel bei Vorhaben der öffentlichen Verwaltung und Sicherheit sowie der sozialen Infrastruktur unterstützt. Hier wurden gut 223 Millionen Euro zugesagt. Hinzu kommen mit 134 Millionen Euro Zusagevolumen die Infrastrukturfinanzierung und mit weiteren 64 Millionen Euro der Breitbandausbau. Dieser ist essenziell für die wirtschaftliche Zukunft des Flächenlandes Brandenburg, damit auch in peripheren Regionen künftig mehr zukunftsträchtige Arbeitsplätze entstehen können. Weitere Treiber waren das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, das finanzschwache Kommunen mit 42 Millionen Euro unterstützt hat, sowie der Digitalpakt Schule. Um die digitale Ausstattung und Vernetzung der Brandenburger Schulen zu verbessern, wurden hier 24 Millionen für 149 Schulträger zugesagt.

Im Bereich der Wirtschaftsförderung konnten im zentralen Investitionsförderprogramm für die gewerblichen Unternehmen, der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW-G), 101 Millionen Euro zugesagt werden und damit noch einmal mehr als im Vorjahr. Dadurch werden 544 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst. In der GRW-G sorgt also jeder Fördereuro dafür, dass über fünf Euro in die Brandenburgische Wirt-schaft investiert werden. Ein weiterer Fokus lag 2020 auf den Gebieten Energie und Innovation. Im Förderprogramm RENplus 2014-2020, in dem Maßnahmen zur Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energie bezuschusst werden, wurden knapp 24 Millionen Euro zugesagt. Über die Innovations- und Digitalisierungsförderprogramme ProFIT und BIG konnten insgesamt 59 Millionen Euro zugesagt werden. 280 geförderte Unternehmen werden 95 Millionen Euro investieren.

Trotz der Corona-Pandemie fiel das Gründungsgeschehen überraschend stark aus. Über die Programme Gründung innovativ, Meistergründungsprämie, Brandenburg-Kredit Gründung und Mikrokredit Brandenburg wurden 165 Gründerinnen und Gründer mit insgesamt 11,4 Millionen Euro unterstützt. Weitere 11,4 Millionen Euro kamen an Beteiligungskapital hinzu.

In der Arbeitsförderung wurden 35 Millionen Euro zugesagt. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr liegt in der auslaufenden EU-Förderperiode begründet. Die insgesamt zur Verfügung stehenden ESF-Mittel waren in vielen Programmen bereits ausgeschöpft. Ein wichtiger Teilbereich 2020 waren beispielsweise die Berufspädagogischen Maßnahmen der Jugendhilfe mit 3,5 Millionen. Dieses Förderprogramm verfolgt das Ziel, die Ausbildungs- und Berufsfähigkeit junger Menschen zu verbessern. Über das Programm Brandenburger Innovationsfachkräfte wurden 122 Vorhaben mit 2,8 Millionen Euro gefördert. Für die Beschäftigung von Werkstudierenden und Hochschulabsolventen in betrieblichen Innovationsprojekten werden hier Lohnkostenzuschüsse vergeben.

Im Bereich der Wohnungsbauförderung konnte die ILB 2020 ein Rekordjahr verzeichnen. Bei den erzielten 167 Millionen Euro der Landesförderung lag der Fokus auf der Schaffung von neuem Wohnraum im preisgebundenen Mietwohnungsbau - ein starkes Signal in der Diskussion um erschwingliche Mieten und fehlende Sozialbauwohnungen. Im Ergebnis wurde der Vorjahreswert damit um ca. 70 Prozent übertroffen. Hinzu kamen weitere 210 Millionen Euro an Förderdarlehen aus eigenen Programmen der ILB. Insgesamt werden somit über 2.200 vorrangig klima- und generationengerechte Wohnungen neu entstehen oder modernisiert.

Ausblick 2021

„Das Jahr 2021 steht für uns zunächst weiter unter dem Fokus der verschiedenen Corona-Sonderprogramme“, so Kerstin Jöntgen. „Wir werden uns nun prioritär um die Abarbeitung der Anträge für die November- und Dezemberhilfen kümmern. Anschließend stehen dann schon die Überbrückungshilfe III sowie die Neustarthilfe in den Startlöchern. Wir hoffen, dass die Bundesregierung die Unterstützungsprogramme weiter optimiert und stehen als ILB bereit, um der Brandenburger Wirtschaft weiter durch diese schwere Zeit zu helfen.“

„Für das kommende Jahr planen wir - ohne die Corona-Sonderprogramme - ein Neuzusagevolumen von 1,1 Milliarden Euro“, ergänzt Tillmann Stenger. „Dabei ist auch berücksichtigt, dass wir uns in einem Übergangsjahr zwischen der letzten EU-Förderperiode 2014-2020 und dem neuen Operationellen Programm befinden.“

Der Abschluss der letzten und die Vorbereitung der neuen EU-Förderperiode gemeinsam mit der Landesregierung ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit in 2021. Die EU-Kommission hat den mehrjährigen Finanzrahmen verabschiedet. Damit ist die Grundlage geschaffen, den Brandenburger Unternehmen auch weiterhin zielgerichtete Förderprogramme anzubieten.

Zusätzlich wird die ILB die Digitalisierung ihrer Prozesse weiter vorantreiben. Als zentraler Schritt wird 2021 ein gänzlich neues ILB-Kundenportal an den Start gehen, um den Kundinnen und Kunden künftig einen besseren Service bei der Antragstellung und -bearbeitung zu bieten.

Die ILB seit ihrer Gründung

Mit den Corona-Sonderprogrammen hat die ILB seit 1990 insgesamt knapp 205.000 Vorhaben begleitet und dabei fast 46 Milliarden Euro für Brandenburg zugesagt. Mit diesen Fördermitteln konnten Investitionen in Höhe von rund 90 Milliarden Euro angeschoben werden. Jeder Förder-Euro der ILB hat also knapp zwei Euro an Investitionen ausgelöst. Dadurch wurden insgesamt 178.000 neue Arbeitsplätze in Brandenburg geschaffen. Allein in den Wohnungsbau flossen fast 11 Milliarden Euro an Fördermitteln, wodurch über 334.000 Wohneinheiten neu entstehen oder modernisiert werden konnten.

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