
Montag, 09. März 2026
ILB: Zwei Milliarden Euro Fördermittel für Brandenburg in 2025 – Rekordjahr für Innovations- und Forschungsprojekte

Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) hat im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von rund 2 Milliarden Euro für über 4.400 Vorhaben zugesagt.
Potsdam – Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) hat im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von rund 2 Milliarden Euro für über 4.400 Vorhaben zugesagt. Dieses Ergebnis stellte die Bank heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Potsdam vor. Das Förderjahr 2025 war erneut geprägt von der Unterstützung des Strukturwandels in der Lausitz. Daneben wurde das Ergebnis getragen durch hohe Zusagen in der gewerblichen Wirtschaftsförderung, von umfangreichen Maßnahmen zur Stärkung des Arbeitsmarktes und von einer erneut gestiegenen Förderung des sozialen Wohnungsbaus. Für die Innovations- und Forschungsförderung konnte mit einem Zusagevolumen von 107 Millionen Euro sogar ein Rekordergebnis verzeichnet werden.
Robert Crumbach, Finanzminister des Landes Brandenburg und Vorsitzender des Verwaltungsrates der ILB, sagte anlässlich des Ergebnisses: „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist derzeit von erheblichen Herausforderungen geprägt. Konjunkturelle Schwächen, geopolitische Unsicherheiten und hohe Energiepreise setzen Unternehmen bundesweit unter Druck. Aber es gibt auch positive Aspekte, die Hoffnung geben. In einer solchen Phase zeigt sich, wie resilient und zukunftsfähig ein Wirtschaftsstandort ist. Brandenburg hat in den vergangenen Jahren konsequent in seine wissenschaftliche Infrastruktur investiert – das ist nun ein Vorteil. Mit drei Universitäten, fünf Fachhochschulen und einer Vielzahl außeruniversitärer Forschungseinrichtungen verfügt unser Land über eine leistungsfähige Hochschul- und Forschungslandschaft. Im bundesweiten Vergleich liegt Brandenburg gemessen an der Dichte außeruniversitärer Forschungseinrichtungen pro Einwohner unter den führenden Flächenländern. Diese wissenschaftliche Exzellenz ist die Grundlage für Innovation, Transfer in die Wirtschaft und technologieorientierte Gründungen. Hier fügt sich das erneut sehr gute Ergebnis unserer Förderbank ILB ein, deren rund 4.400 Förderzusagen zu Investitionen von gut 2,7 Milliarden Euro in Brandenburg führen werden – auch in Forschung, Entwicklung und Innovation. Für die gute Arbeit 2025 möchte ich mich auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ILB ausdrücklich bedanken.“
Ulrich Scheppan, Vorstandsvorsitzender der ILB, erklärte: „2025 war ein Jahr konjunktureller Turbulenzen, in dem wir als Förderbank wichtige Wachstumsimpulse in Brandenburg unterstützen konnten. Diese entstehen aus Ideen, technologischen Fortschritten und dem erfolgreichen Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte und Dienstleistungen. Mit einem Fördervolumen von guten zwei Milliarden Euro haben wir so einen konkreten Beitrag zur Modernisierung unserer Wirtschaftsstruktur geleistet – und dazu noch für moderne Schulen, Integration, lebenswerte Städte und für eine zukunftsfeste Infrastruktur gesorgt. Dieser Beitrag drückt sich auch in rund 3.000 neu geschaffenen und gesicherten Arbeitsplätzen sowie über 1.700 neu gebauten oder modernisierten Wohneinheiten aus. Diese erhöhen langfristig die Standortattraktivität Brandenburgs.“
Das Ergebnis im Fördergeschäft
Infrastruktur
Fördervolumen 2025: 905 Mio. Euro
Zusagen 2025: 269
Fördervolumen 2024: 1.087 Mio Euro
Zusagen 2024: 373
Wirtschaft
Fördervolumen 2025: 477 Mio. Euro
Zusagen 2025: 1.914
Fördervolumen 2024: 463 Mio. Euro
Zusagen 2024: 1.935
Wohnungsbau
Fördervolumen 2025: 483 Mio. Euro
Zusagen 2025: 912
Fördervolumen 2024: 413 Mio. Euro
Zusagen 2024: 642
Arbeit
Fördervolumen 2025: 133 Mio. Euro
Zusagen 2025: 1.344
Fördervolumen 2024: 62 Mio. Euro
Zusagen 2024: 1.348
Gesamt
Fördervolumen 2025: 1.998 Mio. Euro
Zusagen 2025: 4.439
Fördervolumen 2024: 2.025 Mio. Euro
Zusagen 2024: 4.298
Die Infrastrukturförderung hatte den größten Anteil am guten Förderergebnis 2025. So flossen rund 331 Millionen Euro aus dem Strukturstärkungsgesetz in neun größere Vorhaben in der Lausitz. Das Programm bleibt damit eines der wichtigsten Instrumente, um die Folgen des Ausstieges aus der Kohleverstromung zu bewältigen. Das Kommunale Investitionsprogramm, ein erst im Oktober 2025 aufgelegtes Kreditprogramm zur Unterstützung der Kommunen, war mit Zusagen von 97 Millionen Euro sehr gut nachgefragt. Hochschulen, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen im Land erhielten 44 Millionen Euro, um den Wissenschaftsstandort Brandenburg weiter zu stärken
Die gewerbliche Wirtschaftsförderung war von einer Verdopplung der Zusagesummen im wichtigen Förderprogramm GRW-G auf 117 Millionen Euro geprägt. Hauptziele sind die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, das Ausgleichen von Standortnachteilen und die Beschleunigung von Transformationsprozessen. In der Innovationsförderung konnte mit Zusagen von rund 64 Millionen Euro ein Rekordjahr verzeichnet werden. Wichtige Bestandteile dabei waren die Förderung von Innovations-, Forschungs- und Digitalisierungsvorhaben in Unternehmen sowie der Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft. Die Förderung von Start‑up‑Zentren trug mit knapp 18 Millionen Euro zur Weiterentwicklung der regionalen Gründungs- und Innovationsinfrastruktur bei.
Auch im Wohnungsbau – einem der aktuell gesellschaftlich wichtigsten Themenfelder – konnte die ILB ihre Zusagen 2025 abermals steigern, wodurch in den kommenden Jahren über 1.700 vorrangig klima- und generationengerechte Wohneinheiten in Brandenburg neu gebaut oder modernisiert werden. 250 Millionen Euro wurden allein im Rahmen der Geschäftsbesorgung für den sozialen, mietpreisgebundenen Wohnungsbau zugesagt. Auch die Förderung des Neubaus, des Erwerbs und der Modernisierung von Wohneigentum konnte auf 35 Millionen Euro erhöht werden, um mehr Brandenburgerinnen und Brandenburger bei der Verwirklichung ihres Traums von den eigenen vier Wänden zu unterstützen.
Der Fachkräftemangel bleibt eines der größten Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes Brandenburg. Daher ist das Ergebnis im Bereich der Arbeitsförderung für das Jahr 2025 besonders erfreulich. Mit gut 133 Millionen Euro wurden hier im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so viel Fördermittel vergeben. Schwerpunkte lagen dabei auf der Unterstützung von Gründungsvorhaben, der Alphabetisierung und Grundbildung sowie in der sozialen Inklusion und Integrationsbegleitung. Das nachfragestärkste Programm war mit 696 Zusagen erneut die Weiterbildungsrichtlinie zur Kompetenzentwicklung von Beschäftigten. Bei dieser können Fördergelder sowohl von Unternehmen als auch direkt von Privatpersonen beantragt werden, wobei der Fördersatz bis zu 60 Prozent beträgt.
Ausblick 2026
Für das laufende Jahr plant die ILB erneut mit Zusagen in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro. In der Wirtschaftsförderung wird eine deutliche Zunahme an JTF-Anträgen aus der Uckermark erwartet. Das Programm war erst 2025 auf diese Region ausgeweitet worden.
In der Infrastruktur liegt ein Fokus auf dem Zukunftspaket Brandenburg, das aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes aufgelegt wurde. Die ILB unterstützt die Kommunen hier in den kommenden Jahren mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Ein weiterer Schwerpunkt besteht in der Bewilligung möglichst vieler Projekte im Strukturstärkungsgesetz Lausitz, dessen erste Förderperiode 2020-2026 Ende des Jahres abgeschlossen sein wird.
Schließlich wird über erhöhte Mittelbereitstellungen des Bundes und des Landes auch der Wohnungsbau in Brandenburg weiter vorangetrieben. Gleichzeitig starten neue Richtlinien zur Mietwohnungsbauförderung, zur Wohneigentumsförderung und zur Förderung des Abbaus von Barrieren bei vorhandenem Wohnraum. Auch 2026 wird voraussichtlich der Neubau von mietpreisgebundenem Wohnraum im Fokus stehen.
Die ILB seit ihrer Gründung
Seit ihrer Gründung 1990 hat die ILB insgesamt mehr als 278.000 Vorhaben begleitet und dabei über 56 Milliarden Euro für Brandenburg zugesagt. Mit diesen Fördermitteln konnten Investitionen in Höhe von rund 109 Milliarden Euro angeschoben werden. Jeder Förder-Euro der ILB hat also knapp zwei Euro an Investitionen ausgelöst. Dadurch wurden insgesamt 189.000 neue Arbeitsplätze in Brandenburg geschaffen. Die ILB hat aktuell über 900 Mitarbeitende und beschäftigt Menschen aus rund 30 verschiedenen Nationen.
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