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Daten und Fakten 2017

Entwicklung des Fördergeschäftes

Im Jahr 2017 konnte die ILB im Auftrag des Landes und über ihre Eigenprodukte 4.190 Vorhaben fördern und dafür Mittel in Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden Euro zusagen. Das Zusagevolumen übertraf das geplante Jahresergebnis um mehr als 114 Millionen Euro. Durch die Förderungen werden Investitionen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro ausgelöst. Damit verbunden sind 12.731 neue beziehungsweise gesicherte Arbeitsplätze sowie 6.472 neue oder modernisierte Wohneinheiten. Bei der Geschäftsbesorgung verzeichneten im Jahr 2017 alle Förderfelder eine erfreuliche Nachfrage.

Das Zusagevolumen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent auf 755,3 Millionen Euro und damit auf den höchsten Wert der letzten 10 Jahre. Mit der Förderung wurden Investitionen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro ausgelöst, dies entspricht einer Steigerung des Investitionsvolumens gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent. Das Volumen der ILB-Produkte belief sich auf 836,2 Millionen Euro und lag erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert, welcher durch den Sondereffekt einer Finanzierungszusage im Infrastrukturbereich erzielt wurde. Dennoch erreichte der Anteil der ILBProdukte am Gesamtzusagevolumen 53 Prozent. Damit wurden, wie in den Jahren zuvor, mehr als die Hälfte der Fördermittel aus Eigenprodukten der Bank zugesagt.

Kennzahlen der ILB im Überblick

Kennzahl
(Volumenangaben in Mio. EUR)
2017 2016
Bilanzvolumen 13.533,4 13.318,2
Geschäftsvolumen 13.751,4 13.545,8
Eigenkapital 222,2 216,8
Fonds für allgemeine Bankrisiken 392,4 332,2
Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken
– davon Zuführung zum ILB-Förderfonds
60,2
5,0
33,6
5,0
Zins- und Provisionsergebnis 106,5 103,8
Ergebnis vor Risikovorsorge/Reservebildung 44,4 44,8
Ergebnis nach Risikovorsorge/Reservebildung 42,4 42,6
Jahresüberschuss 11,4 11,6
Bilanzgewinn 11,2 11,0
Zusagevolumen 1.591,5 1.991,8
Erteilte Zusagen (Anzahl) 4.190 5.074
Mitarbeiter (Anzahl am 31.12. des Jahres) 632 630

Das Ergebnis im Fördergeschäft 2017

Geschäftsfeld Zusagen 2017 Fördervolumen 2017
Wirtschaft 1.580 607 Mio. Euro
Arbeit 1.443 66 Mio. Euro
Infrastruktur 317 614 Mio. Euro
Wohnungsbau 850 302 Mio. Euro

Wirtschaft

Im Förderfeld Wirtschaft sagte die ILB im Jahr 2017 insgesamt 607,8 Millionen Euro für 1.580 Vorhaben zu und konnte damit das Fördervolumenvolumen um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Das Fördervolumen im Auftrag des Landes erhöhte sich auf 279,4 Millionen Euro. Maßgeblich dazu beigetragen hat im Rahmen der Geschäftsbesorgung die erneut starke Nachfrage nach Fördermitteln aus den beiden Richtlinien der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur – Gewerbe (GRW-G)“.

Hier sagte die Bank insgesamt 163,2 Millionen Euro zu und konnte damit das Fördervolumen im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent steigern. Noch deutlicher angestiegen ist das Volumen bei den ILB-Produkten. Mit 328,4 Millionen Euro sagte die Bank 52 Prozent mehr zu als im Vorjahr. Eines der wichtigsten Programme hier war der „Brandenburg-Kredit für den Ländlichen Raum“. Aufgrund des anhaltend großen Interesses der Agrarunternehmen an diesem Angebot konnte die ILB mit 67,5 Millionen Euro das Vorjahresergebnis um 13 Prozent übertreffen und ermöglichte damit Investitionen in Höhe von 116,9 Millionen Euro.

Arbeit

Im Förderfeld Arbeit sagte die ILB im Jahr 2017 insgesamt 66,6 Millionen Euro für 1.443 Vorhaben und damit mehr als das Doppelte des Vorjahres zu. Das Zusagevolumen von nachhaltiger Beschäftigung und Flexibilität erhöhte sich deutlich von 12.000 Euro im Vorjahr auf 5,5 Millionen Euro im Jahr 2017. Grund ist die Einführung der Richtlinie „Kultur- und Kreativwirtschaft“.

Mit den Mitteln aus diesem Programm konnte die ILB bereits im ersten Jahr 13 Projekte mit insgesamt 3,8 Millionen Euro unterstützen. Über die Programme für Bildung, Berufsorientierung und -einstieg konnte die ILB das Fördervolumen von 17,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 35,9 Millionen Euro in 2017 erhöhen. Hierbei bewilligte die ILB allein über das Programm „Initiative Sekundarstufe 1“ 10,3 Millionen Euro für Projekte zur Verbesserung der schulischen Leistungen und sozialen Kompetenzen von Schülern der Klassen 7–10. Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels leistet die berufliche Ausbildung junger Menschen einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Entsprechend hoch bleibt die Nachfrage nach Fördermitteln der Richtlinie „Qualifizierte Ausbildung im Verbundsystem“. Hier verzeichnete die ILB eine Steigerung des Fördervolumens um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit den zugesagten Mitteln von insgesamt 6,8 Millionen Euro wurden im Jahr 2017 insgesamt 335 Maßnahmen zur Verbesserung der dualen Ausbildung von Jugendlichen gefördert. Im Rahmen der Förderung des lebenslangen Lernens konnte die ILB das Zusagevolumen im Jahr 2017 auf 7,9 Millionen Euro und damit um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Maßgeblich dazu beigetragen hat die „Weiterbildungsrichtlinie", die erneut stark nachgefragt wurde. Über dieses Programm erhielten Brandenburger Beschäftigte, kleine und mittlere Unternehmen, Vereine sowie Träger der Kinder- und Jugendhilfe Förderzusagen in Höhe von insgesamt 5,1 Millionen Euro zur Realisierung von 805 Maßnahmen.

Für Teilhabe und soziale Integration bewilligte die ILB im Jahr 2017 insgesamt 16,4 Millionen Euro, mehr als das Vierfache des Vorjahres. Hauptgrund hierfür war das Programm „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften“ mit einem Zusagevolumen von 9,0 Millionen Euro. Die Gelder fließen in 19 Projekte, in denen die Teilnehmer schrittweise an Bildung und Erwerbstätigkeit herangeführt oder deren soziale Situation verbessert wird. Zur Förderung von Sozialpartnerschaften sagte die ILB rund 900.000 Euro zur Verbesserung der Arbeitsqualität und Unternehmenskultur sowie zur Modernisierung der Arbeitsorganisation und damit zur Stärkung der Sozialpartnerschaft zu.

Infrastruktur

Im Förderfeld Infrastruktur sagte die ILB im Jahr 2017 insgesamt 614,4 Millionen Euro für 317 Vorhaben zu. Im Rahmen der Geschäftsbesorgung konnte die Bank das Fördervolumen gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 324,8 Millionen Euro steigern.

Das Zusagevolumen der ILBProdukte im Förderfeld Infrastruktur erreichte 289,6 Millionen Euro. Hierzu beigetragen haben im Förderfeld Infrastruktur neben der Einführung neuer Programme im Auftrag des Landes die guten Förderergebnisse, zum Beispiel im Rahmen der Richtlinie „Breitbandausbau“, bei der das Land Brandenburg Maßnahmen des Bundes kofinanziert. Ziel ist die Versorgung der Regionen mit schnellen und leistungsfähigen Internet-Datenleitungen. Während im Vorjahr ein Projekt mit 4,7 Millionen Euro gefördert wurde, konnten im Jahr 2017 über diese Richtlinie insgesamt 158,3 Millionen Euro für 28 Projekte zugesagt werden.

Das damit ermöglichte Investitionsvolumen erreicht 430,6 Millionen Euro. In der Programmgruppe Infrastruktur konnte die ILB ein Fördervolumen von 470,4 Millionen Euro bewilligen. 224,9 Millionen Euro der Mittel wurden im Auftrag des Landes vergeben, fast das Vierfache im Vergleich zum Vorjahr. Den mit Abstand größten Anteil daran hat das Zusagevolumen der bereits genannten Richtlinie „Breitbandausbau“. Bei den ILB-Produkten erreichte das Zusagevolumen 245,5 Millionen Euro. Volumenstärkstes Programm war hier die „Infrastrukturfinanzierung“ mit einem Zusagevolumen in Höhe von 100,2 Millionen Euro für 32 Vorhaben. Dies zeigt, dass die ILB-Produkte auch im Jahr 2017 einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung moderner Infrastrukturen in Brandenburg leisteten. In der Umweltförderung sagte die ILB im Auftrag des Landes 25,6 Millionen Euro zu.

Den größten Anteil daran hat das ELER-Programm „Gewässerentwicklung“ mit einem Fördervolumen von 10,3 Millionen Euro. Diese Richtlinie unterstützt Investitionen in die Verbesserung des ökologischen und chemischen Zustands von Flüssen und Seen in Brandenburg. Zur Förderung von Bildung, Jugend und Sport bewilligte die ILB im Rahmen der Geschäftsbesorgung insgesamt 37,1 Millionen Euro und damit fast das Dreifache des Vorjahreswertes. Ursächlich hierfür war die im Jahr 2017 neu eingeführte Richtlinie „Kommunales Infrastrukturprogramm (KIP) Schulinfrastruktur“. Über dieses Programm werden Investitionen in den Bau und die Ausstattung von Schulen gefördert. Bereits im Startjahr erreichte das Zusagevolumen in dieser Richtlinie 34,9 Millionen Euro. Durch die Förderung von ebenfalls 28 Vorhaben wurden Investitionen in Höhe von insgesamt 96,9 Millionen Euro angeschoben. Mit den ILB-Produkten zur Förderung des Bereiches Soziales und Gesundheit unterstützte die Bank den Ausbau einer modernen sozialen Infrastruktur.

Das Zusagevolumen erhöhte sich von 25,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 42,2 Millionen Euro im Jahr 2017. Maßgeblich für dieses gute Ergebnis waren die Angebote zur „Sozialfinanzierung“, deren Zusagevolumen sich mit 40,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt hatte. Über den „Brandenburg-Kredit Pflege“ stellte die ILB 1,8 Millionen Euro zur Verfügung und leistet damit einen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen, vor denen Brandenburg angesichts des demografischen Wandels, einer leistungsgerechteren Bezahlung der Pflegekräfte und der höheren Anforderungen im Pflegebereich steht. Bei der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Kultur konnte die ILB im Auftrag des Landes 37,2 Millionen Euro bewilligen und damit das Fördervolumen im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent steigern. Relevant ist hier das Programm „Forschungsinfrastruktur“, über das die Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaftseinrichtungen in Brandenburg gestärkt werden soll. Die Fördermittel werden die Grundlage für Investitionen in Höhe von 59,6 Millionen Euro schaffen. Im Durchleitungsgeschäft von KfW-Krediten für die Sparkassen in Brandenburg zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten sagte die ILB 1,9 Millionen Euro zu.

Wohnungsbau

Im Förderfeld Wohnungsbau sagte die ILB im Jahr 2017 insgesamt 302,7 Millionen Euro für 850 Vorhaben zu. Mit den Fördermitteln konnten 6.472 Wohneinheiten neu gebaut, modernisiert oder behindertengerecht umgebaut werden. Im Auftrag des Landes konnte die ILB ein Fördervolumen in Höhe von 84,5 Millionen Euro zusagen, 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Maßgeblich hierfür war die im März 2017 in Kraft getretene Änderung der Mietwohnungsbau- Richtlinie.

Das Zusagevolumen der ILB-Produkte erreichte 218,3 Millionen Euro und damit 72 Prozent des Gesamtfördervolumens im Förderfeld Wohnungsbau. Der Erfolg der ILB-Produkte zeigt die anhaltend starke Bedeutung der Bank als Partner der Wohnungswirtschaft bei der Finanzierung von Bauvorhaben in Brandenburg. Im Mietwohnungsbau steigerte die ILB das Zusagevolumen auf 207,1 Millionen Euro für 6.400 Wohneinheiten. Im Rahmen der Geschäftsbesorgung bewilligte die Bank 76,8 Millionen Euro, 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Der angepasste Zuschuss, gewährt für das Eingehen längerer Belegungsbindungen, führte zu einem leichten Anstieg der Nachfrage. Insgesamt wurden der Neubau und die Wiederherstellung von Wohnraum, die Modernisierung und Instandsetzung sowie die behindertengerechte Anpassung von Mietwohnungen gefördert.

Das Fördervolumen der ILB-Produkte erreichte 130,3 Millionen Euro. Ursächlich hierfür war die auch im Jahr 2017 anhaltend starke Nachfrage nach Ergänzungsdarlehen, vor allem zur langfristigen Sicherung des aktuell niedrigen Zinsniveaus. Dies ermöglicht den brandenburgischen Wohnungsunternehmen eine langfristige Investitionsfähigkeit für dringend erforderliche Baumaßnahmen. Hier konnte die ILB 102,3 Millionen Euro zusagen. Das Zusagevolumen des „Brandenburg- Kredits Energieeffizienter Wohnungsbau“ betrug im Jahr 2017 mit 17,2 Millionen Euro mehr als das Doppelte des Vorjahres. Hier ergänzt die ILB die KfW-Förderprogramme „Energieeffizient Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“ mit einem weiteren Tilgungszuschuss. Bei der Förderung von Wohneigentum konnte das Zusagevolumen deutlich von 840.000 Euro im Vorjahr auf 8,0 Millionen Euro im Jahr 2017 gesteigert werden. 7,7 Millionen Euro entfielen dabei auf die Geschäftsbesorgung. Volumenstärkstes Programm hier war die Richtlinie „Anschubfinanzierung für Investoren“ mit einem Zusagevolumen in Höhe von 5,9 Millionen Euro. 360.000 Euro sagte die ILB im Rahmen des Eigengeschäfts in Form von Ergänzungsdarlehen zu. Im Rahmen ihres Durchleitungsgeschäftes von KfW-Krediten zur Finanzierung von Wohnungsbauvorhaben in Brandenburg konnte die ILB für 725 Vorhaben insgesamt 87,6 Millionen Euro zusagen, 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Stand 27. Juli 2018

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